Wir werfen mit unseren Daten um uns, als wären sie nichts wert. Wie ich meine Daten bei mir behalte und was ich dazu nutze, lest Ihr hier.

Wir würden Fremden nie den Hausschlüssel zu unserem Haus geben, wenn wir im Urlaub sind. Warum geben wir also unsere Daten jedem dahergelaufenen Diensteanbieter im Internet? Mit ein bisschen Übung gibt es jeden Dienst als Open Source Lösung für den eigenen PC, Server oder das eigene NAS.

Ich möchte bis ende des Jahres komplett auf Open Source umgestiegen sein, was wohl nichts wird, da ich Produkte und Dienste von Apple, Cloudflare und anderen nutze. Allerdings konnte ich das für die Kernkomponenten schon realisieren.

Kommunikation

Wer mit mir kommunizieren möchte, hat 4 Möglichkeiten. Telefon, E-Mail, Telegram und Nextcloud Talk.

Telefon und E-Mail sind schon wegen meinem Geschäft und dem Hosten meiner Webseiten zwingend nötig. Per Telegram halte ich Kontakt zu wichtigen Freunden, und Nextcloud Talk ist derzeit für die Kommunikation per Video- oder Textchat mit meiner Familie vorbehalten. Telegram gibt auf seiner Webseite die Möglichkeit, den Sourcecode für Apps, Server und Web-App einzusehen, meine E-Mails laufen über meinen Server, ebenso die Nextcloud Talk Installation.

Als VPN nutze ich eine selbstgehostete Pritunl Installation auf einem zweiten kleinen V-Server, der bei Hetzner im Rechenzentrum in Nürnberg steht.

Cloud & Organisation

Als Cloudersatz zu Google, Microsoft Office oder iCloud nutze ich meine eigene Nextcloud Installation auf meinem Server in Nürnberg. Dort habe ich neben meinem Kalender, meinen Aufgaben, Kontakten und Notizen auch wie oben schon erwähnt den Familienchat eingerichtet. Vorteil der eigenen Nextcloud ist, dass Dateien auf den Geräten Ende zu Ende verschlüsselt (End2End Encryption) sind. Das möchte die EU derzeit am liebsten verbieten.

Zeiterfassung

Für die Zeiterfassung in meiner Medienagentur nutze ich Timecase. Das Tool ist zwar nicht Open Source, allerdings erhält man nach dem Kauf trotzdem Zugriff auf sämtliche Dateien und kann so auch nachvollziehen, was das Tool wie macht. Die Anpassung von Timecase ist übrigens kinderleicht, weil fast alles in Template-Dateien per Editor bearbeitet werden kann.

Finanzen

Für mein privates Haushaltsbuch nutze ich derzeit Akaunting, ein Tool, das eigentlich für Geschäftsbuchhaltung entworfen wurde. Allerdings kann man das Tool in kürzester Zeit in ein simples Haushaltsbuch verwandeln, in dem man die Rechnungsoptionen einfach abschaltet.

Tracking

Gegen das schon perverse Tracking wehre ich mich mit einer App aus dem Appstore. Lockdown ist Open Source und fungiert als Firewall, die alle Domains der üblichen Trackingtools blockiert. Man muss allerdings Facebook als Ausnahme speichern, wenn man Dienste wie Instagram oder WhatsApp nutzen möchte.

Wie Ihr seht, ist es relativ einfach, seine Daten bei sich zu halten. Ein V-Server reicht für alle Tools, die ich hier genannt habe. So ein Server kostet nicht viel Geld, auch das Management verbraucht in der Woche höchstens 30 Minuten.

Sämtliche Tools (bis auf das VPN) sind per grafischer Oberfläche installierbar, also jeder, der Facebook am Laptop oder PC nutzt, sollte in der Lage sein, ein ähnliches Setup auf die Beine zu stellen. Man muss sich halt mal einen Tag damit beschäftigen.

Bild © Daniel Wenzlik